Ab Dezember Böckler-Stipendiat

Noch einen Tag, dann bin ich Promotionsstipendiat der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung. Ich bin überglücklich, dass bisher sämtliche meiner Bewerbungen um ein Stipendium oder Förderprogramm erfolgreich waren. Wenngleich die Bildungsgewerkschaft GEW zu Recht sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs einfordert, stellt das Böckler-Stipendium für mich eine spürbare Verbesserung dar. Das macht Mut und verschafft mir die nötige Freiheit, mich voll und ganz auf mein anspruchsvolles Forschungsvorhaben zu konzentrieren.

Mitbestimmung und Hans Böckler

Mitbestimmung ist der zentrale politische Wert, für den Hans Böckler und viele, viele andere Gewerkschafter*innen seit jeher kämpften und kämpfen. Die nach dem ersten DGB-Vorsitzenden benannte Stiftung der Gewerkschaften trägt Mitbestimmung daher zu Recht in ihrem Namenslogo. Dass sie für ihre Stipendiat*innen auch intern entsprechende Partizipationsmöglichkeiten vorsieht, unterstreicht diese Wertschätzung nur. Dazu gehören insbesondere Gremien- und Gutachtertätigkeiten, aber auch die vielfältige Förderung selbst organisierter Arbeitsgemeinschaften, Projekte und Tagungen. Demokratische Mitbestimmung und Partizipation auszubauen gehört ebenfalls zu den politischen Anliegen, für die ich mich besonders hartnäckig einsetze. Das war schon vor und während des Studiums ein Schwerpunkt meines vielfältigen gewerkschaftlichen und gesellschaftspolitischen Engagements. Und um Demokratie und Mitbestimmung dreht sich im Weitesten auch mein Promotionsthema.

Bekanntlich erforsche ich das Spannungsverhältnis von Geldsystem, politischer Gestaltungsmacht und Demokratie am Beispiel der Theorie und Kritik des »Vollgeldes« im Kontext des politischen Systems und der Reformdebatten in Island nach dem großen Finanzsystemcrash von 2008. Große Aufmerksamkeit widme ich dabei demokratietheoretischen und verteilungspolitischen Aspekten, weil mir diese auch bei meinem ehrenamtlichen Engagement und bei meiner politisch-ökonomischen Bildungsarbeit stets sehr wichtig sind. Insofern möchte ich mit meiner Dissertation einen gesellschaftskritischen Beitrag zur Politischen Ökonomie des Geldwesens leisten.

Wenn es eine Stiftung mit politischem Anspruch gibt, die zu mir passt, dann ist es die Hans-Böckler-Stiftung. Für einen überzeugten und engagierten Gewerkschafter wie mich musste sie die erste Adresse für eine Bewerbung um ein Promotionsstipendium sein. Jetzt gehöre ich zu der überschaubar kleinen Gruppe von wenigen hundert Doktorand*innen, die deutschlandweit ein Stipendium der Mitbestimmungsstiftung beziehen. Das hat zur Folge, dass ich auf mein Erfurter Stipendium verzichten muss.

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