Fachexperte: Seemacht-Studie ist »großer Wurf«

Das Ergebnis meines Forschungsprojektes zum »seestrategischen und geopolitischen Denken in der deutschen Kriegsmarine unter Großadmiral Raeder am Vorabend des Zweiten Weltkrieges« sei ein »in jeder Hinsicht gelungener ›großer Wurf‹ «. So urteilte ein ausgewiesener Kenner der Materie: Prof. Dr. Michael Epkenhans. Er lehrt an den Universitäten Hamburg und Potsdam und ist Leitender Wissenschaftler des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr.

Abschluss »mit Auszeichnung«

Mit seinen eigenen Forschungen zur deutschen Marinegeschichte der Neuzeit gehört Epkenhans zu den führenden internationalen Experten auf dem Gebiet. Ihn für die fachliche Erstbetreuung meiner Magisterarbeit gewonnen zu haben, erwies sich als sehr gewinnbringend. Die Zweitbetreuung verantwortete Prof. Dr. Manfred Görtemaker von der Universität Potsdam.

Großadmiral Erich Raeder
Großadmiral Raeder (1876–1960). [Abb.: Bundesarchiv | CC BY-SA 3.0 DE]

Nach dem Lesen der Gutachten zu meiner Magisterarbeit bin ich schon etwas emotional ergriffen, um nicht zu sagen überglücklich. Beide Professoren urteilten uneingeschränkt mit einer glatten 1,0. Damit lautet das Abschlussprädikat »mit Auszeichnung«. Das macht mich umso mehr stolz, je mehr ich mir die unternommenen Anstrengungen und den Aufwand vergegenwärtige. Alle Mühen haben sich letzten Endes gelohnt.

Ich danke meiner Sonne, die mir von überall her herzerwärmende und inspirationsfördernde Strahlen sandte und manchmal auch leckere Schokolade. Ebenfalls danke ich all meinen Freund*innen und akademischen Lehrer*innen, die mich tatkräftig unterstützt haben. Sie halfen mir durch steten Zuspruch, anregende Diskussionen, nützliche Kritik und Tipps. Außerdem danke ich für ihre Hilfe bei der Materialbeschaffung aus Archiven und aus den USA.

Erstgutachten zur Magisterarbeit

Ich darf im Folgenden aus dem Erstgutachten von Michael Epkenhans zitieren:

[Die] Gliederung überzeugt, zumal die einzelnen Unterkapitel erkennen lassen, das[s] der Verf. sein Thema tatsächlich »durchdrungen« hat. Es ist schon erstaunlich zu sehen, mit welcher Sicherheit er die komplexen Gedankengebäude der Seekriegstheoretiker und Geopolitiker aus dem In- und Ausland seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert darstellt, analysiert und kontextualisiert […]. Ob es sich um Mahan, Ratzel oder Daveluy, Castex oder Haushofer handelt, der Verf. kennt deren Lehren und vermag deren Stärken und Schwächen, vor allem aber deren Relevanz für das deutsche Streben nach Seemacht darzustellen.

Die gleiche profunde Kenntnis der Materie lassen auch das folgende Kapitel über die politischen und materiellen Rahmenbedingungen sowie der letzten Abschnitt über die Seestrategie selbst erkennen. Anerkennung verdient in diesem Zusammenhang auch die profunde Kenntnis nicht nur der einschlägigen Literatur, sondern auch der wichtigsten Quellen, aus denen er gezielt zitiert. An manchen Stellen vermag er sogar pointiert, sachgerecht und überzeugend Kritik an überkommenen Deutungen anzubringen.

Panzerschiff "Deutschland"
Der Bau des neuartigen Panzerschiffs »Deutschland« (hier ein Foto von 1938) drückte den unbedingten Willen der Marineführung aus, eine offensive Hochseemarine als militärisches Fundament deutscher Weltpolitik zu schaffen. [Abb.: Bundesarchiv; CC BY-SA 3.0 DE]

Im Ergebnis kommt der Verf. zu dem Schluss, dass Ratzels viel zitierter Ausspruch »Das Meer erzieht Weltmächte« (S. 119) und »Mahans viel gehuldigte Seemachtideologie« die dominierenden Gedankenkonstrukte der Reichs- und Kriegsmarine gewesen seien. »In letzter Konsequenz liefen sie (…) auf etwas ganz Anderes hinaus, nämlich aggressive macht- und wirtschaftspolitische Expansion nach Übersee.« Diesem Urteil kann man ohne Wenn und Aber zustimmen.

Insgesamt ist die Arbeit daher ein in jeder Hinsicht gelungener »großer Wurf«. Dazu tragen sowohl die sehr gute Lesbarkeit als auch die Fähigkeit des Verf. bei, komplexe Sachverhalte gleichsam mit prägnanten »Formeln« auf den Punkt zu bringen.

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